Landesausstellung Fresach 2011
GLAUBWÜRDIG BLEIBEN - 500 JAHRE PROTESTANTISCHES ABENTEUER
Landesausstellung Fresach 2011
Die Landesausstellung Fresach 2011 will die 500-jährige Geschichte der Evangelischen in Kärnten erzählen und Bezug nehmend darauf einen Bogen in die Gegenwart spannen. Die Landesausstellung Fresach 2011 - das kulturelle Highlight Kärntens 2011.
Das Leitbild
Welche Wege hat diese Geschichte genommen?
Was können wir aus dieser Geschichte lernen?
Ausgehend vom Beginn der Reformation und ihrer dynamischen Verbreitung in Kärnten fragen wir uns, in welchen Bereichen die Kirchen und auch die Gesellschaft heute reformbedürftig sind. Die Zeit der Gegenreformation provoziert die Frage: Wie verhalten wir uns, wenn der Druck von außen stärker wird? Immer wieder stehen auch wir heute, sowohl im gesellschaftspolitischen, religiösen als auch im beruflichen und privaten Bereich vor der Entscheidung, uns anzupassen, oder Widerstand zu leisten.
Ein zentrales Thema wird die Frage des Dialogs und der Toleranz im Umgang mit Andersdenkenden und Andersglaubenden sein. Hier eröffnen sich viele aktuelle Fragestellungen.
Wertvolle Leihgaben aus ganz Europa stellen die Sammlung des Diözesanmuseums Fresach in einen weiträumigen Zusammenhang.
Pfarrgemeinden und Diakonie ergreifen gleichzeitig die Möglichkeit, Einblicke in Aufgaben und Chancen einer lebendigen Kirche zu vermitteln.
Wer oder was ist für mich glaubwürdig? Wie kann ich glaubwürdig bleiben?
Wir wollen Themen ansprechen, die Menschen aller Glaubensrichtungen betreffen und einige der Antworten und Schicksale von Menschen zeigen, die sich auf das „protestantische Abenteuer“ eingelassen haben.
Historische Entwicklungen, Lebens- und Glaubenswege sollen so anschaulich werden,
dass die BesucherInnen in einen Dialog mit der Geschichte treten können. Die Kernfragen lauten: „Was haben die Menschen damals für Ihren Glauben getan? Was sind wir heute bereit, für unsere Überzeugungen zu tun? Wie kann es uns gelingen, in unserem Reden, in unserem Handeln glaubwürdig zu bleiben und die Geschichte als Ermutigung dafür anzunehmen?“
Die Ausstellungsbegleitung durch jeweils zwei Jugendliche als Guides soll dabei helfen, Unterschiede und Parallelen zwischen Damals und Heute erkennbar zu machen.
Kulturtourismus
Aus kulturtouristischer Sicht will die Landesausstellung Fresach 2011 einen Impuls für die gesamte Region setzen. Neben Fresach sollen auch die am Projekt mitbeteiligten Mirnock-Gemeinden von der Aufmerksamkeit profitieren, die die Ausstellung erregen wird.
Wichtige Ausstellungsstücke werden aus Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien kommen – gerade dort wird gezielt um BesucherInnen geworben. Auch bestehende kirchliche Verbindungen sollen genutzt werden, um Menschen nach Fresach einzuladen.
Das neue, moderne Museumsgebäude, Siegerprojekt eines internationalen Architektenwettbewerbs, steht sowohl in Bezug als auch in zeitgenössischer Spannung zum restaurierten Bethaus aus dem 18. Jahrhundert und wird mit den weiteren Gebäuden sowie dem Kunstprojekt „Weg der Gemeinden“ ein reizvolles Ensemble am Fuße des Mirnock bilden.
In einem offenen Klima der Begegnung sollen die Auseinandersetzungen der Vergangenheit nicht festgeschrieben sondern die bestehenden Brücken gestärkt und erweitert werden. In gemeinsamer christlicher Verantwortung sollen sowohl die zentrale Anliegen des ökumenischen und interreligiösen Dialoges als auch die Herausforderungen der Gegenwart mutig wahrgenommen werden.
Stätte der Toleranz und des Dialogs
Zum Gesamtprojekt gehört nicht nur ein erfolgreiches Ausstellungsjahr 2011.
Wir streben eine nachhaltige Wirkung für den Ort Fresach und die evangelische Kirche Kärntens an. Viele kirchliche Aktivitäten können hier ein neues Zentrum finden.
Aber auch künstlerische Projekte sollen realisiert werden – möglich wäre zum Beispiel ein Anknüpfen an die Schriftstellertagungen, die schon früher hier stattgefunden haben. Weiters wollen wir in Kooperation mit anderen Museen jährlich oder alle zwei Jahre thematische Ausstellungen organisieren.
Inhaltliche Schwerpunkte auch nach 2011 werden Toleranz und Dialog sein. Dabei geht es nicht um bloßes Verwalten des kulturellen protestantischen Erbes: gesellschaftspolitische Offenheit soll Gegenstand von Veranstaltungen und Ausstellungen werden.
Wie schon bei der Ausstellung wird ökumenisches und interreligiöses Gespräch dabei eine wichtige Rolle spielen. Den Rahmen dafür wird das neue Museumsgebäude bieten.
Aufgabe als Ausstellungs- und Begegnungsort wird es sein, sich immer wieder neu zu positionieren und dynamisch gesellschaftliche Entwicklungen im Geiste des Evangeliums mit zu gestalten bzw. darauf zu reagieren.
Literaturhinweis:
Ausstellungskatalog:
ISBN 978-3-900531-81-2
Wissenschaftlicher Begleitband:
ISBN 978-3-85454-121-9

