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Es reicht!

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Ich weiß gar nicht mehr, wann diese Wohnprojekt-Idee bei mir das erste Mal aufgeschlagen ist. Durch das Zusammenleben in der Gemeinschaft war es jedenfalls ein no-brainer, sich mit dieser Wohnungsform zu beschäftigen.

Damals (wie heute) haben wir uns als christliche Gemeinschaft großes Wachstum erträumt und damit auch eine große Infrastruktur – eine Art Campus. Ein Campus, wo man arbeitet, lebt und einfach gemeinsam Mensch ist und sich als Mensch entwickelt mit allen freudvollen und herausfordernden Aspekten.
Der Campus sollte einen sehr großen Veranstaltungsraum haben, der zu einer modernen Christengemeinschaft dazugehört (die Ami’s sagen dazu Worship Center), mit genug Platz für ein paar hundert Menschen. Träumen und groß denken ist ja nicht unbiblisch. 😊
Der Campus soll genug Wohnungen haben, um jeden, der dort leben will, unterzubringen – von Studenten-WGs bis Familien. Es sollte genug Raum geben, um unsere Unternehmen ( ja, ein paar von uns sind Unternehmer) unterzubringen. Also ein Stockwerk könnte als moderner Coworking-Space vermietet und genutzt werden. Natürlich braucht es tolle Gemeinschaftsräume, analog zu anderen tollen Wohnprojekten mit viel Platz – zum gemeinsamen Kochen, Essen, Chillen. Im Wohnprojekt Wien ist das ganze Dachgeschoss Gemeinschaftsfläche, die hochwertigste Ebene steht jedem zur Verfügung. Darin befinden sich eine Bibliothek mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und andere Räume.
Jedenfalls: aus dieser Campusidee wurde irgendwann ein mehr oder weniger realistisches Bild von einem Wohngemeinschaftsprojekt.
Nach dem Grundlagenstudium, wie zum Beispiel das Buch von Barbara Nothegger und dem Sichten von anderen Wohnprojekt-Websites (Liste folgt) hat man schon so ein ungefähres Bild, was dafür notwendig ist. Die wichtigste Aussage: es ist machbar. Die zweitwichtigste Aussage: es ist nicht nur machbar, sondern es ist sogar eine Wohnform, die relativ rasch an Popularität zunimmt. Eh klar. Wohnen ist immer irgendwie kompliziert. Man tut es jeden Tag, es ist der größte Kostenfaktor und Vieles, was menschlich passiert (an Freude und Leid), passiert in den eigenen vier Wänden. Einsamkeit in allen Formen ist 2026 ein immer schwerwiegenderes Problem in allen Altersgruppen der Gesellschaft. Wohnen ist ein großes Ding, womit jeder viel verbindet. Heimat, Kindheit, Beziehungen, Zugehörigkeit. Na gut. Ich möchte nicht zu viel ausschweifen. Über alle Aspekte des gemeinsamen Wohnens, lies bitte die Bücher von Barbara Nothegger oder Heinz Feldmann.
Nun, mein Gedanke war: ein Wohnprojekt ist alles andere als einfach. Dort, wo viele Menschen gemeinsam anpacken (müssen), menschelt es.

Aber genau diesen Aspekt von gemeinsam tun, schaffen, leben, hoffen und glauben – hatten wir in unserer Gemeinschaft bereits eine tiefe Grundlage. Eine perfekte Basis für ein Gemeinschaftswohnprojekt. Sozusagen unser großes soziales Startkapital. Die meisten kennen sich seit einer guten Dekade und verbringen relativ viel Zeit miteinander. Wir haben haufenweise Konflikte ausgetragen oder sind im Prozess. Wir haben den Prozess des „Eins werdends“ lieben gelernt – und es ist ok, wenn das Resultat auf sich warten lässt. Das Thema Soziokratie, auch wenn wir dieses Wort so gar nicht gefällt, kennen wir im Prinzip aus der reinen Anwendung.

Was uns also fehlt, ist nicht die Leute zusammenzubringen, die diesen Wunsch, die emotionale Kapazität und das soziale und geistige Vermögen dazu haben.

Uns fehlt einfach der Startschuss und die let’s-do-it Mentalität.

Ja, es kostet einige Jahre. Und vieles davon ist schmerzhaft (das ist bei jedem Unternehmen so). Aber man schafft damit einen unglaublichen Wert für die aktuelle Generation und noch mehr Wert für die nächsten Generationen.

Dieser mein erster Beitrag lässt jetzt circa 98 % aller Dinge aus, die bisher an Gedanken, Gespräche, Recherchen, etc passiert sind. Aber es ist der erste Schritt, das Ganze jetzt professionell anzugehen. Diese Website dient nicht in erster Linie als Werbeplattform für das Projekt, sondern einfach als Wissensplattform für mich und für alle, die in Zukunft involviert sein werden und beitragen werden. Das ist mein öffentliches Notizbuch, um feszuhalten, was ich lerne und erlebe. Das ist erstmal mein persönliches Wiki betrachten. Und in ein paar Jahren ist das Ganze sicher professionell gewachsen und die Prozesse und Learnings, die hinter uns liegen sind für die Nächsten nachvollziehbar. Denn hoffentlich entstehen in den nächsten Jahren viele hundert weitere Projekte. Wissenaustausch hilft, die Risiken einzuschätzen und sich auf eventuelle Hürden besser einstellen zu können.

In diesem Sinne – packen wir es an. Just do it!

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